Junge Studienbewerber:innen, die der Bahai-Minderheit angehören, wurden von Bildungsministerium zur Befragung ins Büro einbestellt. Sie hatte die diesjährigen nationalen Hochschulaufnahmeprüfung bestanden, doch nicht in die Universitäten zugelassen.

Am Mittwoch, dem 11. November, wurden einige Bahai-Bewerber:innen telefonisch zum einem Zweig von der zuständigen Behörde für Hochschulaufnahmeprüfungen, Sanjesh, vorgeladen.

Mehrere der Anwesenden berichten, dass die Bewerber:innen bei ihrer Ankunft in einen geschlossenen Raum gebracht und ihre Mobiltelefone abgenommen worden seien. Sie wurden dann über ihren Glauben an die Bahai befragt und dazu gezwungen, Fragebögen über ihre Familienmitglieder, persönliche Beziehungen und Aktivitäten in den sozialen Medien auszufüllen.

Am Ende wurde den Bewerber:innen mitgeteilt, dass sie sich an iranischen Universitäten immatrikulieren und studieren dürfen, vorausgesetzt, sie unterzeichnen eine Verpflichtungserklärung.

Das Dokument, so die Teilnehmenden, forderte sie auf, sich zu verpflichten, die Gesetze der Islamischen Republik zu befolgen und davon abzusehen, den Bahai-Glauben zu „propagieren“. Sie wurden auch gebeten, sich damit einverstanden zu erklären, sich nicht mit Bahai-Organisationen zusammenzuschließen und die Erlasse des Universal House of Justice, des obersten Leitungsgremiums der weltweiten Bahai-Gemeinschaft, zu missachten.

Berichten zufolge hat keiner der Bewerber:innen die Verpflichtungserklärung unterzeichnet. Das bedeutet faktisch, dass ihnen der Zugang zur Hochschulbildung im Iran verweigert wird, obwohl sie die Aufnahmeprüfung bestanden haben.

Dies folgt auf eine Unmenge von Beschwerden von Baha'i-Bewerber:innen nach der Aufnahmeprüfung 2020 im Spätsommer. Nachdem die Ergebnisse bekannt gegeben wurden, sagten die Bewerber:innen von Bahai-Glauben, nachdem sie sich hätten eingeloggt haben, haben sie bloß eine Fehlermeldung gesehen, die lautete: „die Akten sind unvollständige“. Dies bedeutete einmal mehr, dass potenziell Hunderte von begabten jungen Menschen in diesem Jahr nicht in der Lage sein werden, ihr Studium in ihrem Heimatland fortzusetzen.

Die Bahai-Minderheit steht seit der Etablierung des Islamischen Regimes unter erheblichem Druck.

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