Mittwoch, 17. Februar 2021

Die Trainerin der iranischen Frauen-Ski-Nationalmannschaft, Samira Zargari, durfte ihre Mannschaft nicht zu der Weltmeisterschaft im italienischen Cortina d‘Ampezzo begleiten, denn ihr Ehemann hatte ihr die Ausreise verboten. Mehrere iranische Medien haben am Mittwoch, den 17. Februar, darüber berichtet. Zargari selbst hat die Nachricht dadurch bestätigt, dass sie auf ihrer Instagram-Seite die 37-Jährige ihrem Team trotz ihrer Abwesenheit viel Erfolg gewünscht hat.

In der Islamischen Republik können verheiratete Frauen ohne eine offizielle Erlaubnis ihrer Ehemänner keinen Reisepass beantragen. Auch wenn sie den Pass mit dieser Erlaubnis bekommen, kann der Mann seiner Frau jederzeit die Ausreise verbieten oder den Pass konfiszieren lassen.

In den vergangenen Jahren wurde mehreren iranischen Sportlerinnen die Ausreise verboten. Einer der Prominentesten war der Fall von Nilufar Ardalani, die Mannschaftsführerin der Frauen-Hallenfußball-Nationalmannschaft im Jahr 2015. Kurz vor dem Abflug zur Asien-Meisterschaft wurde ihr auf dem Flughafen in Teheran die Entscheidung ihres Ehemannes, der Moderator von religiösen Sendungen im staatlichen Fernseher war,  zum Ausreiseverbot mitgeteilt. Trotz aller Versuche des iranischen Fußballvereins konnte Ardalani das Team nicht begleiten.

Die prominenten Fälle von Ausreiseverbot durch Ehemänner führen immer wieder zu Protesten auch innerhalb des Regimes. Doch bisher ist kein effektive Gesetzesänderung durchgeführt worden, um diese Fälle zu verhindern.

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